Unerhört
Jahrhundertelang wurden Komponistinnen, Musikerinnen und Dirigentinnen überhört.
Cornelia Bartsch zeigt, wie das geschah und warum es bis heute nachwirkt.
Quadriga • Gebunden mit Schutzumschlag • 320 Seiten • 28,00 € • ISBN 978-3-86995-106-7
Musikgeschichte neu hören, mit den Stimmen, die ihre lange gefehlt haben.
Seit über 25 Jahren forscht Cornelia Bartsch zu Musik, Gender und Erinnerung.
Über das Buch
Frontfrauen?
Die Ausnahme.
Sängerinnen wie Beyoncé, Adele oder Taylor Swift könnten den Eindruck erwecken, „Frontfrauen“ wären im Musikbetrieb genreübergreifend üblich. Doch spielten Frauen im Musikbetrieb jahrhundertelang keine Rolle und keine Geige (oder sonst ein Instrument). In weiten Teilen gilt dies bis heute…
I
Zum Schweigen gebracht
Die Schweigegebote antiker Mythen und der abrahamitischen Religionen wirken bis heute nach. Doch Frauen haben sich seit jeher dagegen gewehrt. Selbst diejenigen, deren Namen nicht überliefert sind, haben Spuren hinterlassen und die Namhaften gilt es weiter zu entdecken. Von Sirenen und Wasserfrauen, Eurydike und Sappho, Mirjam anderen Prophetinnen erzählt der erste Teil des Buchs.
II
Aus der Geschichte verdrängt
Warum wurde jede Frau, die ihre Stimme erhob im 16. Jahrhundert zur Prostituierten erklärt, gerade als die Idee vom Musiker als herausragender Künstlerpersönlichkeit entstand? Warum wurde „Weiblichkeit“ mit der Etablierung der bürgerlichen Geschlechterordnung im 18. Jahrhundert zur Falle für jede Instrumentalistin? Warum durften Männer als Virtuosen oder Dirigenten im 19. Jahrhundert „weibliche“ Eigenschaften präsentieren, während Frauen jeder Schritt über die Geschlechtergrenze strikt verboten war? Und warum wurden die zahlreichen Musikerinnen, die sich gegen diese Widerstände ihrer Zeit behauptet haben, „vergessen“? Davon erzählt der zweite Teil des Buchs.
III
Sich Gehör verschaffen – bis heute
Der dritte Teil des Buchs erzählt von der immensen Kraft, mit der sich Frauen bis heute im Musikbetrieb durchgesetzt haben: als Sängerinnen, Instrumentalistinnen, Dirigentinnen, Komponistinnen, aber auch als Zuhörerinnen und Organisatorinnen des Musiklebens. Er erzählt von erkämpften Möglichkeiten und fortbestehenden Grenzen – und von den Facetten des Machtmissbrauchs in der Musik, die nicht zuletzt durch #MeToo sichtbar geworden sind.
Give al the dates and all the facts, but let it be about somebody else.
Virginia Woolf an Ethel Smyth
Forschung
Musik, Gender und Erinnerung
Cornelia Bartsch studierte Musikwissenschaft, Germanistik, Politologie und schulmusik in Osnabrück und Berlin und wurde an der Universität der Künste Berlin mit einer Arbeit über Fanny Hensel promoviert. Sie lehrte und forschte u.a. an der UdK Berlin, in Detmold/Paderborn und als Vertretungsprofessorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Bis 2024 war sie Sprecherin der Fachgruppe Frauen- und Genderstudien der Gesellschaft für Musikforschung.
Schwerpunkte
Ausgewählte Monographien und Herausgaben
Publikationen
2025
Non*binär! Sound und Gender im Posthumanismus.
Hrsg. mit Anna Schürmer und Jonas Spieker (Jahrbuch Musik und Gender 17)
Georg Olms Verlag
2016
Grenzgänge – Gender, Ethnizität und Klasse als Wissenskategorien der Musikwissenschaft
Hrsg. mit Britta Sweers (Jahrbuch Musik und Gender 8)
Georg Olms Verlag
2010
Felsensprengerin, Brückenbauerin, Wegbereiterin. Die Komponistin Ethel Smyth
Rock Blaster, Bridge Builder, Road Paver: The Composer Ethel Smyth
Hrsg. mit Rebecca Grothjahn und Melanie Unseld (Beiträge zur Kulturgeschichte der Musik, Bd. 2)
Allitera Verlag
2006
Fanny Hensel, geb. Mendelssohn Bartholdy. Musik als Korrespondenz
Dissertation Universität der Künste Berlin, 2006
Allitera Verlag
2003
Der „männliche“ und der „weibliche“ Beethoven. Bericht über den internationalen musikwissenschaftlichen Kongress vom 29.10. – 3.11.2001 an der Universität der Künste Berlin
Hrsg. mit Beatrix Borchard und Rainer Cadenbach (Schriften zur Beethoven-Forschung, Reihe IV)
Gemeinnütziger Verein „Beethoven-Haus Bonn“
Lesungen & Vorträge
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